Mit Bildung zu einer anderen Welt

Seit dem Frühjahr 2014 bilden wir uns selbstorganisiert in der Autonome Schule Luzern (ASL). Die ASL ist ein politisches Projekt, das sich aus Menschen mit allen Aufenthaltstiteln zusammensetzt. Wir haben das Ziel, durch Bildung emanzipiert an einer Welt ohne Autorität und Herrschaft zu arbeiten.

Als politisches Projekt verstehen wir uns deshalb, weil wir die herrschenden Verhältnisse kritisieren und diese mit einer solidarischen Gegenbewegung angreifen. Zwar sind bei uns noch unterschiedlichste Ideologien und Zugänge vorhanden. Grundsätzliche Gedanken sollen aber hier in Anlehnung an unsere Schwesterschule in Zürich gezeigt werden.

Wir schaffen einen Raum für Gemeinschaft und Wissensaustausch, welcher uns die Möglichkeit zur Selbstermächtigung, zum Ausdruck einer eigenen Stimme und von Kreativität geben soll. Wir wollen ein gesellschaftliches Ideal vorleben, in dem jeder Mensch frei atmen und ohne Rassismus, Sexismus, Diskriminierung und Konkurrenz leben kann. Wir lehnen den Begriff des Multikulturalismus’, genauso so wie jenen der Integration, ab. Wir sehen Menschen nicht als Teil einer homogenen Gesellschaft oder Kultur, sondern leben alle im globalen Kapitalismus, den wir gemeinsam überwältigen wollen. Dies tun wir nicht durch Integration, sondern durch Emanzipation. Wir sehen uns in der Tradition kritischer und emanzipatorischer Pädagogik.

Wir wollen mit partizipativen und dialogischen Methoden arbeiten. Wissen ist nicht in der Hoheit der Moderierenden. Die Kurse sind Lernprozesse für Moderierende und Kurs-Teilnehmende. Es wird versucht, die Unterscheidung zwischen Kurs-Teilnehmenden und Moderierenden so weit wie möglich aufzuheben. Bildung an der ASL ist hierarchiefrei. Zwar kann Wissen in einer Situation ungleich verteilt sein und auch die Funktionen können sich unterscheiden, aber wir begegnen uns auf Augenhöhe.

Die ASL sieht sich als Teil der Bleiberechtsbewegung, solidarisiert sich mit bestehenden Autonomen Schulen und vernetzt sich mit ihnen. Die ASL ist offen für Alle – neue Moderierende und Teilnehmende sind willkommen.

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